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Qualitäts-Management (QM) - was ist das eigentlich?
Die wohl einprägsamste Beschreibung des Qualität-Begriffs lautet:
“Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt, und nicht das Produkt!”
Die Entstehung von Produkten ist immer ein Doppelprozess aus Technik-Gestaltung und Gestaltung der zugehörigen Arbeitsabläufe (Prozesse). Da in den Unternehmensprozessen keine Zahnräder sondern Menschen zusammenwirken, sind sie zur maßgeblich qualitäts-bestimmenden Größe geworden.
Der Bremer Automobilbau-Pionier Carl F. W. Borgward (1890 - 1963) definierte den Qualitäts-Begriff so:
Der Begriff “Management” ist nicht nur ein Thema für Großunternehmen, er steht eigentlich nur für:
QM ist also das Instrument zur unternehmensweiten Leitung und Lenkung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Dabei steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle - aber bei gleichzeitig profitablen Geschäftsergebnissen.
Erreicht wird das durch die ständige Anpassung aller zusammenwirkenden Unternehmensabläufe an die aktuellen Gegebenheiten der Absatz- und Beschaffungs-Märkte. QM betrachtet diese Abläufe als “Prozesse”, d.h.:
“Tätigkeiten, die Eingaben in Ergebnisse umwandeln”.
Je konsequenter die notwendige Prozess-Orientierung im Unternehmen eingeführt wird, desto stärker verwischen sich die vormaligen Ebenen-, Bereichs- und Abteilungs-Grenzen, was sich insbesondere bei größeren Firmen als recht schwierig erweist.
Die kennzahlen-basierte Prozess-Orientierung ist auch eine durchgreifende Maßnahme für den verstärkten Kontinuierlichen Verbesserungs-Prozess (KVP) zwecks schnellerer Reaktionen auf sich häufiger als früher ändernde Gegebenheiten an den Märkten.
In diesem Zusammenhang ist auch eine erfolgsbestimmende Komponente, dass die klassische Trennung zwischen planerischen und durchführenden Bereichen aufgegeben wird (dispositive und operative Bereiche).
Um das Rad nicht immer wieder neu erfinden zu müssen, sowie für die verbesserte Transparenz und Vergleichbarkeit, erfolgt die QM-Arbeit auf der Grundlage international bekannter und anerkannter Normen bzw. Standards zu den beiden grundlegenden Qualitäts-Modellen:
- Die Normenreihe ISO 9000 ff, die auf den Einzelnormen ISO 9000, ISO 9001 und ISO 9004 basiert (ISO: Internationale Standardisierungsorganisation).
- TQM (Total Quality Management), für uns in der Europäischen Ausprägung der EFQM (European Foundation for Quality Management).
Ein ISO-basiertes QM-System (QMS) wird 1 x jährlich von einer neutralen Instanz hinsichtlich Normen-Konformität und tatsächlicher Umsetzung vor Ort in einem sog. Zertifzierungs-Audit überwacht.
Die Argumente für die Zertifizierung und regelmäßige Audits sind u.a.:
- Der firmeneigene kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) erhält regelmäßige Inputs zur Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen durch die sich aus dem Audit ergebenden Korrektur-Maßnahmen.
- Akzeptanz an den internationalen Märkten (China und Indien holen enorm auf!).
- Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern am Markt.
- Aus Gründen der Produkthaftung vergeben Autohersteller nur Aufträge an zertifizierte Zulieferer.
- Da auch andere Firmen der Brache zertifiziert sind, weiß man nach dem Audit, wie gut man selber eigentlich ist.
Die ISO 9001 als Zertifizierungsgrundlage erhebt den Anspruch der unbeschränkten Anwendbarkeit für industrielle, herstellende und Dienstleistungsbereiche, was größtenteils auch gilt.
Die mittlerweile sehr komplex gewordenen Produkte und deren Entstehungsgänge (Automobile, Flugzeuge, Telekommunikationssysteme, Lebensmittel, Finanzprodukte etc.) benötigen über die Grundordnung der ISO 9001 hinaus weitere Regelungen.
Damit kein “Wildwuchs” firmenspezifischer Lösungen die Branche und Märkte unnötigerweise durcheinander bringt, entstanden erweiterte Branchen-Varianten der ISO 9001, wie z.B.:
- ISO / TS 16949 für Automobilindustrie-Hersteller und -Zulieferer.
- ISO 9100 für die Luft- und Raumfahrt-Industrie.
- TL 9000 für die globale Telekommunikations-Industrie
- ISO 22000 für Lebensmittel-Industrie
Auch der Gesetzgeber attestierte (EU-weit) den Vorteil der Anwendung solcher Standards als “Stand der Technik”, und er fügte ergänzende Gesetze hinzu, wie z.B.:
- Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) für den Verbraucherschutz.
- Lebens- und Futtermittelgesetz (LMFG).
- Medizinproduktegesetz (MPG).
- Geräe- und Produktsicherheits-Gesetz (GPSG).
- Betriebssicherheits- und Arbeitsstättenverordnung (BetrSichV und ArbStättV).
- Bundesimmissionsschutzgesetzt (BImSchG).
- Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG).
Nicht nur Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten interessieren sich für die Entstehungsgänge von Produkten und Dienstleistungen, sondern auch z.B.:
- Gesetzgeber und die Öffentlichkeit, die an der Unversehrtheit und Ressourcen-Schonung der Umwelt interessiert sind.
- Gesetzgeber und die Öffentlichkeit, die an der Unversehrtheit der Mitarbeiter interessiert sind.
- Geldgeber, die an wirtschaftlich vertretbaren Abläufen interessiert sind.
Aus der für den heutigen Unternehmer umfassender gewordenen gesetzlichen Grundlage wiederum entstanden weitere internationale und kompatible Standards.
Als Ergänzung der ISO 9001 zum Integrierten Qualitäts-, Umwelt-, Gesundheits-, Arbeitsschutz- und Sicherheits-Managementsystem (IMS) sind dies z.B:
- ISO 14001 für Umwelt-Managementsysteme.
- OHSAS 18001 (Occupational Health & Safety: Betrieblicher Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz).
- ISO 27001 zur IT-Sicherheit.
- ISO / DIS 31000 zum Risikomanagement für Organisationen und Systeme (DIS: Draft International Standard / Entwurfs-Version)
- ISO 26000 als Leitfaden gesellschaftlicher Verantwortung des Unternehmens (CSR: Corporate Social Response).
Insbesondere durch das stetig komplexer gewordene rechtliche Umfeld der heutigen Unternehmen kommen verstärkt Integrierte Qualitäts-, Sicherheits-, Gesundheits- und Umwelt-, Managementsysteme (IMS) für eine ganzheitliche Unternehmensführung zum Einsatz (QSGU).
Über ein IMS, mit dem zertifizierten QM-System als Kern, können die Zertifizierungs-Kosten durch ein sog. Kombi-Audit erheblich reduziert werden.
Der nötige Koordinations-Aufwand der QSGU-Anteile des IMS wird überschaubarer.
Die Qualifikation von IMS- bzw. QSGU-Management-Personal teilt sich sinnvollerweise auf in:
- QM-Beauftragte (Q)
- Qualitätsmanager (Q)
- EHS-Manager (SGU); EHS: Environment, Health and Safety
Die hier dargestellten Zusammenhänge erscheinen auf den ersten Blick möglicherweise recht komplex, weil das gesamte Unternehmens-Umfeld ganzheitlich betrachtet wird.
Auf Ihre Unternehmensgröße und -situation bezogen, biete ich Ihnen deshalb eine gemeinsam erarbeitete solide Bestandsaufnahme und eine maßgeschneiderte Lösung für Ihren spezifischen Weg zum nachhaltigen Unternehmenserfolg an.
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