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Die stetig steigende Arbeitsteilung in der globalisierten Welt - eine logistische und Qualitäts-Herausforderung für alle Beteiligten

Wir leben im Zeitalter zunehmender Globalisierung, die u.a. gekennzeichnet ist durch:

  1. Internationale Verflechtung der bisher reinen Inland-Märkte, Unternehmen werden zum   „Global Player“.
  2. Immer schnellere weltweite Reaktionen auf Veränderungen an den Absatz- und Beschaffungs-Märkten. Und dies vor allen Dingen als Folge des stetigen Fortschritts bei der Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK).
  3. Grenzübergreifender Vergleich von Produkten und Dienstleistungen.
  4. Überangebot führt zu hartem Verdrängungs-Wettbewerb und erheblichem Preisdruck.
  5. Kunden sind auch hinsichtlich klein-/mittelständischer Unternehmen (KMU) kritischer geworden.
  6. Deshalb ist (auch für KMU!) die Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter ein „Überlebens-Ziel“.
  7. Steigendes Maß an Ausgliederung von bisher firmeneigenen Aktivitäten (Outsourcing).
  8. Immer länger werdende Lieferketten (logistische Ketten).
  9. Reduzierung von Lagerbeständen auf das absolute Minimum („Totes Kapital“)
  10. Weltweit gestiegenes Risiko rund um Aktienkapital (Shareholder Value).
  11. Starke Wettbewerbsverzerrungen in Richtung Länder der 3. Welt.
  12. Über die UNO-Organe WTO und WHO (Welt-Handels- und Gesundheits-Organisation) sollen Lebensmittel-Leitlinien für sicherere Lebensmittel erreicht werden. Aber die 3. Welt Länder (z.B. in Afrike) können nicht Schritt halten mit der Lebensmittel-Logistik der mächtigeren Nationen und Weltkonzerne. Ein Aspekt dabei ist die Wettbewerbsverzerrung.
  13. Auch China, Indien und Japan “greifen mittlerweile nach den Sternen”, d.h. neben USA, Russland und Europa verfügen mittlerweile auch diese Nationen   über eine international konkurrenzfähige Raumfahrtindustrie mit ambitionierten Zielen wie dem Flug zum Mond.
  14. Für 2025 wird angenommen, dass dann fast 40 % der Menschheit in China und Indien leben werden, wodurch sich die Weltwirtschafts-Koordinaten hinsichtlich Absatz- und Beschaffungs-Märkte gravierend verschieben werden.
  15. Wirtschaftsführer sehen sich immer häufiger auch in ihrer (globalen) gesellschaftlichen Verantwortung (CSR: Corporate Social Response).
  16. Unternehmer beachten mittlerweile auch wieder so etwas wie Wirtschaftsethik.

In der heutigen global verteilten Wirtschaft fällt insbesondere im industriellen Bereich die stetig verringerte Fertigungstiefe auf. Dezentralisierung und Outsourcing bestimmen die Unternehmens-Strategien. Das heißt:  es wird nicht mehr bis zur letzten Schraube alles selbst hergestellt, sondern die verbauten Teile sind von immer mehr Lieferanten zulaufende komplexere Baugruppen und Module. Als Folge davon sind die Qualifikations-Anforderungen an die Mitarbeiter immer geringer geworden, und so ist z.B. aus der vormals großen Autofabrik ein kleinerer  Montage-Standort geworden. Man kann es auch so sagen: Beim Automobil-Hersteller arbeiten mittlerweile weniger und bei den Automobil-Zulieferern mehr Menschen als bisher. Die Arbeitsplätze sind also nicht weniger geworden sondern haben sich verlagert.

Auch klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) sind mittlerweile Teil dieser Entwicklung der grenzübergreifenden Arbeitsteiligkeit geworden. Dies ergab sich u.a. aus dem stark gewachsenen EU-Binnenmarkt und der EU-Osterweiterung.

Auch im Dienstleistungsbereich zeigt sich dieser Trend:

So vermittelt z.B. der angerufene Pizza-Service oder Fernsehtechniker, der über Internet-Telefonie aus Indien mit dem Kunden in den USA akzentfrei englisch oder spanisch spricht, seinem Gesprächspartner das Gefühl “.. er sitze gleich um die Ecke und nur eine Straße weiter  ...” ! Das  Firmenlogo eines  meiner Kunden (Automobil-Logistik) will den Kunden genau dieses Gefühl vermitteln. So ein Callcenter-Mitarbeiter in Indien verdient zwar “nur” ca. 500 Euro, aber auf die dortigen Lebensverhältnisse bezogen gehört er zu den “Besservedienenden” mit guter Kaufkraft!

Es gibt aber leider nur wenige Unternehmen, wie ein Schiffbauunternehmen im Nordwesten, die eine an die jeweilige Auftragslage angepasste Fertigungstiefe praktizieren. So kann die eigene Belegschaft für eine gewisse Zeit die Passagierkabinen bauen, die sonst vom Zulieferer hergestellt wurden. Ob nun betriebswirtschaftlich oder sozial betrachtet - das Fachpersonal bleibt verfügbar (All´s good what ends good / alles was gut endet, ist gut).

Auch wenn “Made in Germany” in einigen Bereichen noch seinen alten Wert ausmacht, so ist doch der stetig wachsende Erfolg der japanischen Wirtschaft an den Weltmärkten kaum noch aufzuhalten. Das Argument “Hochlohn-Land Deutschland” passt hier aber nicht immer. In jüngster Zeit wird bei Berichten über wirtschaftliche Problem von Firmen in den Medien auch mal von Management-Fehlern gesprochen.

Deutschland als “Land der Dichter, Denker und Erfinder” hat in der internationalen Wissenschaft in einigen Bereichen noch immer eine recht gute Position. Aber beim Übergang zu marktverfügbaren Produkten tun wir uns immer schwerer. Ob es an mangelnder Innovationsfreudigkeit oder verfehlter Fördermittel-Politik liegt sei dahingestellt. Das Beispiel des Transrapid, der bereits im Jahr 1977 seine ersten Fahrversuche auf einer Versuchsstrecke in Erlangen vornahm, spricht wahre Bände. Das böse Erwachen wird kommen, wenn China seine “eigenen” entsprechenden Systeme am Weltmarkt plaziert hat.

Der eigentliche weltweite Erfolg der japanischen Wirtschaft kann am besten über ihre sehr erfolgreich praktizierte “Null-Fehler-Qualitäts-Philosophie” erkannt werden:

  1. Das Toyota Production System (TPS) ist mit seiner Vielzahl von Werkzeugen und Methoden mittlerweile zum Trendsetter und Weltstandard in Sachen Qualität sowie Kundenzufriedenheit bei gleichzeitig profitablen Geschäftsergebnissen geworden.
  2. An den aus dem TPS-Komplex entstandenen Werkzeugen und Medthoden fällt immer wieder die konsequente und ganzheitliche Systematik und z.T. verblüffende Einfachheit auf (z.B. Fehlervermeidung über Poka Yoke).
  3. Der Erfolg über die konsequente Anwendung der TPS-Philosophie ist allerdings nur durch bereichs- und abteilungsübergreifende Arbeitsweisen erreichbar - also über konsequente Prozess-Orientierung.
  4. Das TPS wurde weltweit (auch in Deutschland) “kopiert” und mit “eigenem” Namen versehen an die Unternehmensgegebenheiten angepasst. Und das nicht nur von Automobil- und Flugzeug-Herstellern. Selbst Dienstleistungs-Unternehmen bedienen sich mittlerweie dieser erfolgreichen Qualitäts-Philosophie.
  5. Beispiele zu solchen Philosophien und Methoden sind die Six-Sigma-Phisosophie (“Null Fehler”), Poka Yoke, Design of Experiments (DoE), “8D” u.v.m..

Ein Abbild der japanischen Erfolgsstory ist mittlerweile bei weiteren asiatischen Wirtschafts-Nationen zu beobachten. Von den beiden größten, also China und Indien, hat China, laut Welthandelsorganisation (WTO World Trade Organization) und  FAZ.NET vom 26.08.2009, der deutschen Wirtschaft für das erste Halbjahr 2009 den Platz 1 als Export-Weltmeister abspenstig gemacht!

Bedenkt man, dass laut Bevölkerungsentwicklung-Experten um das Jahr 2025 herum von den dann ca. 8 Milliarden Menschen fast 40 % in China und Indien leben werden, so werden diese fundamentalen Änderungen an den Absatz- und Beschaffungs-Märkten für uns als Europäer und Deutsche eine sehr große Herausforderung darstellen.

Neben der zuvor beschriebenen Aktivitäten-Verteilung auf immer mehr Akteure wirken verschärfte rechtliche Aspekte zu Produkt- und Produzentenhaftung sowie zum betrieblichen Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz auf das heutige Unternehmen ein.

In der neuesten Revision der DIN EN ISO 9001:2008 wird diesem industriellen Wandel in Richtung global verteilter Fertigung und Dienstleistung insofern stärker als bisher Rechnung getragen, als  dass dort in verstärktem Maße die “ausgegliederten Prozesse” kritischer als bisher betrachtet werden.

Mit der Logistik als Netzwerk der globalen Wirtschaft erhebt sich also die Kernfrage:

    Wie kann die Qualität entlang der immer länger werdenden Lieferanten- bzw. logistischen Ketten sichergestellt werden?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar:

    Mit Qualitäts-Management (QM) auf der Grundlage international bekannter, anerkannter und gegenseitig akzeptierter Normen und Standards!

Zusammengefasst stellt sich das heutige Unternehmensumfeld wie folgt dar:

  1. Global verteilte Fertigung / Dienstleistung
  2. Stetig verringerte Fertigungstiefe
  3. Stetig verringerte Wareneinangs-Kontrollen und mehr Lieferantenkontrolle
  4. Logistische Strategien JiT; JiS; KANBAN zur Lagerbestands-Optimierung und zur reibungslosen Produktionsversorgung
  5. Dezentralisierung / Outsourcing  (JiT; JiS; Kanban);   (JiT: Just in Time;  JiS: Just in Sequence)
  6. Sicherung der Qualität entlang logistischer Ketten
  7. Gemeinsame Standards ermöglichten den Europäischen Binnenmarkt
  8. Kunden / Muttergesellschaften fordern QM (Vertrauen)
  9. QM-Dokumentation auch als Roter Faden für die MitarbeiterInnen
  10. QM als Marketing-Instrument (Qualitäts- und Kosten-Planung)
  11. QM-System auf Grundlage international bekannter und anerkannter Standards  entsprechen auch rechtlich gesehen dem „Stand der Technik“
  12. Das Unternehmen hat enorme rechtliche Vorteile durch sein QM-System
  13. QM als Antwort auf Produkthaftungs- und Deliktsrecht-Forderungen
  14. Auch die Unversehrtheit von Mitarbeitern und Umwelt als gesetzl. Forderung.
  15. Qualitätssicherungs-Vereinbarungen (QSV) zwischen Kunde und Lieferant

 

Copyright ©  2000 ... 2010 Dipl.-Ing. Dieter Okrent ●  Alle Rechte vorbehalten ●  Aktualisiert: 03.05.2010

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